Schach

Schach, das Spiel der Könige, genießt in vielen Ländern der Welt eine weitreichende kulturelle Bedeutung.

Die Geschichte des Schachs

Schach, das Spiel der Könige, genießt in vielen Ländern der Welt eine weitreichende kulturelle Bedeutung. Kein Wunder, schließlich gibt es das Spiel bereits seit fast 2000 Jahren. Auch wenn nicht hinreichend sicher ist, ob Schach aus Indien, China oder Persien stammt, so weiß man zumindest, dass es bereits im 6. Jahrhundert in Persien gespielt wurde. Aus der persischen Sprache stammt auch der Name des Sports. šāh bedeutet König oder Herrscher, woher sich auch der Beiname des Schachs ergibt.

Die Verbreitung des Schachspiels

Zur Zeit der Sassaniden dann gelangte Schach von Indien nach Persien. Dort wurde erstmals das Zwei-Parteien-Schach eingeführt. Hier wurde es auch zum ersten Mal schriftlich erwähnt, nämlich im Text „Wizârišn î chatrang ud nihišm î nêw-ardaxšîr“ (Die Erklärung von Schach und die Erfindung von Nard). Daraus erklärt sich auch die Regel, dass sich zwei Spieler gegenüberstehen, denn der Text spricht von Takhtaritus und Wajurgmitr, zwei Spielern, unter denen letzterer siegreich hervorging. Der persische Dichter Firdausi beschrieb rund 400 Jahre später im Nationalepos „Schahname“ erstmals die genaue Aufstellung der einzelnen Figuren. Schon damals gab es Türme, Springer und den Bauern ähnliche Fußsoldaten sowie selbstverständlich den namensgebenden König. Genaue Spielregeln legte Firdausi jedoch nicht fest.
Im 7. Jahrhundert eroberten die Araber das Sassanidenreich und stießen so auf Schach. Das Spiel erlebte hier eine wahre Blüte.

Spieler wie Al-Adli oder Ar-Razi genossen aufgrund ihrer Schachkünste einen ausgezeichneten Ruf, denn dank einer Regeländerung wurde der Spielausgang nicht mehr durch einen Würfel, sondern allein das Geschick der Spieler entschieden. Erstmals wurde eine Fülle an Eröffnungsvarianten sowie Endspielmöglichkeiten archiviert. Auch Schachprobleme wurden in den Rang einer Kunst erhoben, ihre Erstellung und Lösung erfreute sich ausgesprochener Beliebtheit.

Das Schachspiel erreicht Europa

In den folgenden Jahrhunderten erreiche das Schachspiel mit der Verbreitung des Islams auch das Abendland. Stationen dieser Expansion waren der Nahe Osten, Nordafrika und schließlich der von den Mauren besiedelte Teil Spaniens. Hier errichteten die Araber das Kalifat Cordoba und führten das Schachspiel mit sich. Auch nach Russland gelangte Schach bereits im 8. Jahrhundert, nachdem das Volk der Waräger diese Tradition über Konstantinopel ins Reich gebracht hatte.
Im Mittelalter wurde Schach bereits zu den sieben ritterlichen Tugenden gezählt. Eine Anpassung der Regeln des als „La rabiosa“ bekannten Spiels führte Regeln ein, die mit den heutigen beinahe identisch sind.

Das moderne Schach

Im 13. Jahrhundert versuchte man, das Spiel schneller und dynamischer werden zu lassen, weshalb einige regeltechnische Neuerungen anstanden. So durften Bauern von nun an auch Doppelschritte gehen, allerdings nur von ihrer Ausgangsreihe aus. War es Läufern bisher nur gestattet, maximal zwei Felder diagonal zu laufen, konnten sie jetzt beliebig weit gehen. Die grundlegendste Änderung betraf allerdings die Königin. Plötzlich war sie die mächtigste Figur auf dem Brett, konnte sie doch nun in alle acht Richtungen bewegt werden und war dabei nicht einmal auf ein Feld begrenzt. Zuvor war es ihr nur erlaubt gewesen, ein Feld in diagonaler Richtung zurückzulegen. Diese Neuerung markiert die Geburtsstunde des Schachs, wie wir es heute kennen. Eine weitere Regel fehlte allerdings noch, um dem Schach seine heutige Form zu verleihen: Die Rochade, also das Bewegen des Königs und Turms in einem Zug, fand ab dem 16. Jahrhundert Anwendung. Ebenfalls in dieses Jahrhundert fällt eine für den Sport wegweisende Veröffentlichung: 1561 verfasste der spanische Pater Ruy Lopez „Das Buch von der Erfindungsgabe und der Spielkunst im Schach“. Als eines der ersten Werke befasste sich der Pater intensiv mit der Bedeutung der Schacheröffnungen. In den Folgejahren konzentrierten sich die Fortschritte des Schachspiels vor allem auf Spanien, Italien und Portugal. Das erste Schachlehrbuch in deutscher Sprache stammt aus dem Jahre 1616 und trägt den Titel „Das Schach- oder König-Spiel“. Verfasst wurde es von Gustavus Selenus.

Insiderinfo​

Schenkt man der sogenannten Weizenkornlegende Glauben, so liegen die Wurzeln des Spiels in Indien. Der indische Tyrann Shihram brachte dem Volk unter seiner Herrschaft Armut und Elend. Um den Herrscher milde zu stimmen und auf seine Fehler aufmerksam zu machen, erfand der Brahmane Sissa das Schachspiel. Dies sollte Shihram zeigen, dass ein König zwar die wichtigste Figur darstellte, ohne die Hilfe der Bauern aber letztendlich machtlos war. Dem Tyrannen gefiel das Spiel derart, dass er dem Brahmanen einen Wunsch gewährte. Dieser entschied sich für eine Belohnung, nach der ein Weizenkorn auf das erste Feld des Schachbretts gelegt wurde, auf das zweite schließlich die doppelte Anzahl und so weiter. Anschließend sollte er den dadurch entstandenen Berg an Weizenkörnern erhalten. Der König nahm Sissas vermeintliche Bescheidenheit verächtlich entgegen, musst aber bald feststellen, dass selbst seine Rechenmeister nicht herausfinden konnten, wie viele Weizenkörner dem findigen Sissa tatsächlich zustanden. Erst nach mehreren Tagen setzten sie die Summe auf 18.446.744.073.709.551.615 Körner fest, was der Tyrann jedoch beim besten Willen nicht in die Tat umsetzen konnte.

Schach in der Neuzeit

Die grundlegenden Schachregeln wurden seitdem kaum noch verändert, der Sport war im Bürgertum angekommen. Veränderungen betrafen jetzt vielmehr Spielumstände, wie beispielsweise die Form der Figuren. Die als „Staunton“ bekannte Gestaltung der Spielfiguren wurde 1849 von Nathaniel Cook vorgestellt und ist seit 1924 vom Weltschachverband (FIDE) anerkannt, der ebenfalls in diesem Jahr gegründet wurde. Seit dem Jahre 1993 wurden zwei Schachweltmeisterschaften ausgetragen, da führende Spieler, unter anderem die Schachlegende Garri Kasparow, sich mit dem Verband überwarfen. Erst 2006 konnte dieser Konflikt beigelegt werden, als Wladimir Kramnik aus einem Wiedervereinigungsfinale zwischen den beiden Organisationen siegreich hervorging. Aktueller Weltmeister ist seit 2013 der Norweger Magnus Carlsen, der auch die höchste jemals erreichte Elo-Zahl (damit wird die Spielstärke eines Schachspielers gemessen) vorweisen kann.

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