Handball

Das Handballspiel verfügt über eine lange Tradition, war eine Urform des Sports doch schon bei den alten Griechen bekannt. So beschrieb der Geschichtsschreiber Homer in der Odyssee vom „Uraniaspiel“.

Urformen des Handballsports

Das Handballspiel verfügt über eine lange Tradition, war eine Urform des Sports doch schon bei den alten Griechen bekannt. So beschrieb der Geschichtsschreiber Homer in der Odyssee vom „Uraniaspiel“. Auch die Römer kannten das „Harpaston“, während Walter von der Vogelweide das „Fangballspiel“ besang und so deutlich machte, dass ähnliche Spielformen schon vor der eigentlichen Erfindung des Handballsports verbreitet waren. Das eigentliche Handballspiel entstand aber zwischen dem 19. und 20. Jahrhundert, als es sich aus verschiedenen Ballsportarten wie dem Turmball, Netz- oder Korbball entwickelte. Anders als bei diesen Sportarten wurde bei der Urversion des Handballs schließlich auf ein Tor geworfen. Ein Regelwerk wurde 1906 vom dänischen Oberstleutnant Holger Nielsen vorgelegt. Eckpfeiler dieses Reglements waren das Verbot, mit dem Ball zu laufen sowie das Halten des Balles für maximal drei Sekunden.

Das erste Auftreten des Sports als „Handball“

Die tatsächliche Geburtsstunde des Handballsports kann mit relativer Genauigkeit auf den 29. Oktober 1917 datiert werden. Damals benannte der Oberturnwart Max Heiser aus Berlin das bis dahin unter dem Namen „Torball“ bekannte Spiel in „Handball“ um. Die Regeln, die er dafür bestimmte, waren explizit für Frauen ausgelegt, da der neue Sport weniger körperbetont als Fußball ausfallen sollte. So war jeglicher Körperkontakt strikt untersagt.
 
Im Jahre 1920 dann entwickelte der Sportlehrer Carl Schelenz, der ebenfalls aus Berlin kam, die Version Heisers weiter. Er erlaubte den Körperkontakt wieder und führte einen kleineren Ball ein, um das Werfen und Fangen zu betonen und zu vereinfachen. Zudem war es von nun an erlaubt, mit dem Ball zu gehen, sofern man dabei prellte. Ansonsten ähnelten die Größe des Spielfelds sowie der Mannschaften jenen des Fußballs. Schelenz begann daraufhin, sein neues Spiel in der Großfeldversion in ganz Zentraleuropa zu bewerben.
 
Es dauerte bis zum Jahre 1921, ehe eine erste deutsche Meisterschaft ausgetragen wurde, die der TSV 1860 Spandau für sich entscheiden konnte.
 

Im Zuge der Werbung für die Sportart erreichte Handball auch Österreich, sodass am 13. September 1925 das erste Handball-Länderspiel zwischen Deutschland und Österreich bestritten wurde. Deutschland unterlag als Heimmannschaft 3:6.

Drei Jahre später fanden sich bereits elf Länder zusammen, um den ersten internationalen Handballverband zu gründen. USA, Kanada, Dänemark, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Österreich, Schweden, Tschechoslowakei und Deutschland waren die ersten Mitglieder des sogenannten IAHF.
 
1936 war Handball olympisch, nicht zuletzt auch auf Bestreben Adolf Hitlers, der die deutsche Dominanz im Feldhandball auch in Berlin auf olympischer Ebene zur Schau stellen wollte. Deutschland gewann den Titel vor einer Rekordkulisse von 100.000 Zuschauern gegen Österreich und wurde auch zwei Jahre später Weltmeister, sowohl im Feld- als auch im Hallenhandball. Nach dem Krieg erlegte man der deutschen Mannschaft allerdings ein Teilnahmeverbot auf, sodass Schweden 1948 den Titel errang.
 

1949 wurde der Deutsche Handballbund (DHB) gegründet und der Erfolg der Sportart nahm hierzulande auch durch den sechsmaligen Gewinn der Weltmeisterschaft weiter zu. Eine der Schlüsselfiguren des gesamten Sports war zu dieser Zeit der Rückraumspieler Bernhard Kempa, der auch als Namensgeber einer Sportmarke sowie einer Wurfvariante bekannt ist.

Ebenfalls 1949 fand die erste Weltmeisterschaft der Frauen statt, damals als reines Feldturnier. Es sollte noch acht Jahre dauern, bis auch Frauen-Weltmeisterschaften in der Halle bestritten wurden. Überhaupt begann sich die Sportart vom Feld in die Halle zu verlagern. Entscheidend an dieser Entwicklung beteiligt waren die skandinavischen Länder, da sie nicht über günstige klimatische Bedingungen verfügten, um das ganze Jahr über Feldhandball zu spielen. So fand das erste Länderspiel, das nicht unter freiem Himmel ausgetragen wurde, ohne deutsche Beteiligung statt. Schweden und Dänemark maßen sich am 8. März 1935 erstmals in der Halle. Mit den Jahren trat der Hallenhandball seinen Siegeszug an, da er schneller und sicherer war als der Feldhandball und somit mehr Zuschauer anziehen konnte.
 

Wieder wurde Handball auf deutschem Boden olympisch, denn 1972 war die Hallenvariante erstmals im Aufgebot der Spiele vertreten, die damals in München durchgeführt wurden. Nur drei Jahre später war der Feldhandball bereits derart verdrängt worden, dass in diesem Jahr die letzte Meisterschaft ausgetragen wurde. Aktueller Weltmeister ist seit 2017 die französische Nationalmannschaft, während diese Auswahl auf olympischer Ebene Dänemark unterlag, die somit seit 2016 Titelträger sind.

Insiderinfo​

In den Vereinigten Staaten ist der Sport Handball ebenfalls bekannt. Dort handelt es sich dabei jedoch um ein völlig anderes Spiel. Beim American Handball geht es darum, auf einem squashähnlichen Spielfeld Punkte durch das Schlagen eines Balles gegen eine der Wände zu erzielen. Da der Sport jedoch anders als Squash ohne Schläger praktiziert wird und demnach mit der Hand gespielt wird, trägt dieses Spiel in den USA den Namen „(American) Handball“.

Die heutige Verbreitung des Sports

Das Zentrum der Sportart ist ohne Zweifel Europa. Unumstrittene Handballgrößen des Kontinents sind Deutschland, Spanien, Frankreich, Island, Schweden, Dänemark und Kroatien. Außerhalb Europas erfreut sich Handball in einigen asiatischen Ländern großer Beliebtheit, allen voran Japan und Südkorea. Letzteres Land konnte auch den Bundesliga-Rekordtorschützen Yoon Kyung-shin hervorbringen. Darüber hinaus wird die Sportart auch in einigen südamerikanischen Ländern praktiziert, allen voran Brasilien und Argentinien. Während Ägypten und Tunesien als feste Größen des arabischen Handballs gelten, überraschte die katarische Auswahl die Öffentlichkeit bei der Handball-Weltmeisterschaft der Männer 2015. Der Gastgeber konnte bei diesem Turnier bis ins Finale vordringen, in dem er sich Frankreich knapp geschlagen geben musste. Bis heute wird die Leistung jedoch aufgrund fragwürdiger Schiedsrichterentscheidungen kritisch gesehen.

Auf Vereinsebene gelten der FC Barcelona sowie die deutschen Vereine THW Kiel und VfL Gummersbach als erfolgreichste Clubs.

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