Klettersport

Erste Aufzeichnungen bezüglich des Kletterns als nicht-militärische Unternehmung stammen aus dem Jahr 1336. Am 26. April dieses Jahres machten sich die Brüder Petrarca auf, den französischen Mont Ventoux mit einer Höhe von 1.912 Metern zu erklimmen.

Die Geschichte des Klettersports

Das Klettern als Sportart lässt sich geschichtlich nur schwierig genau verorten. Es handelt sich dabei schließlich um eine vom Menschen seit jeher eingesetzte Methode der Fortbewegung. Historische Motivationen, einen Berg oder Felsen zu besteigen, waren früh schon religiös oder kulturell bedingt. Auch militärische oder strategische Überlegungen spielten eine Rolle, konnte man doch von einer solchen Erhebung aus Feinde oder Jagdtiere auf größere Distanz ausmachen. Der Rabenfels in der Fränkischen Schweiz wurde so bereits in den Jahren 800 bis 400 v. Chr. bestiegen, was sich durch Funde von Tonscherben belegen lässt.
Im Mittelalter dann trat die kriegerische Bedeutung des Bergsteigens in den Vordergrund. Von den Gipfeln aus konnten Feinde früher erkannt und zudem Nachrichten übermittelt werden.
Erste Aufzeichnungen bezüglich des Kletterns als nicht-militärische Unternehmung stammen aus dem Jahr 1336. Am 26. April dieses Jahres machten sich die Brüder Petrarca auf, den französischen Mont Ventoux mit einer Höhe von 1.912 Metern zu erklimmen. Einziges Ziel ihrer Mission war es, den Gipfel zu bezwingen. Somit unterscheidet sich diese Unternehmung grundlegend von zeitgenössischen Bergbesteigungen, die auch praktische Ziele verfolgten. Das Bergsteigen verbreitete sich in den folgenden Jahren in aller Welt, konnte jedoch noch nicht als Klettersport bezeichnet werden.

Dieser Sport wurde 1864 geboren, als Turner aus der sächsischen Stadt Bad Schandau den Falkenstein in der Sächsischen Schweiz in Angriff nahmen. Bis zum Jahre 1890 entwickelte sich ebenda das Freiklettern. Darunter versteht man das Klettern an Felswänden, wozu ausschließlich Hände und Füße verwendet werden, jedoch keine weiteren Hilfsmittel.

Der Kletterpionier und Erstbesteiger zahlreicher Berge Oskar Schuster entwickelte im Jahre 1893 eine Schwierigkeitsskala, um zu messen, wie anspruchsvoll die Bezwingung eines Berges ist. Sie gliederte sich zunächst in drei Grade und wurde 1923 auf sieben erweitert.

Eng mit dem Freiklettern verwandt ist das Bouldern. Hierbei klettert man ebenfalls ohne künstliche Hilfsmittel. Anders als beim Freiklettern werden lediglich Felsblöcke ausgewählt, die sich in Absprunghöhe befinden. Somit soll die Verletzungsgefahr eingedämmt werden. Der britische Alpinist Oscar Eckenstein gilt als Pionier des Boulderns, begann er doch als einer der ersten damit, im Lake District in Höhe eines verletzungsfreien Felsblocks zu klettern. Machte dieses geringere Risiko das Bouldern zunächst noch zur idealen Trainingsmöglichkeit für alpine Kletterer, entwickelte es sich schon bald zu einer eigenständigen Sportart.

Das technische Klettern

Ab den 1920er Jahren erlebte das technische Klettern einen Aufschwung. In Abgrenzung zum Freiklettern sind hier Hilfsmittel wie Seile oder Haken erlaubt. Zwar werden auch beim Freiklettern Seile zur Sicherung benutzt, anders als beim technischen Klettern dürfen sie jedoch nicht zur Fortbewegung verwendet werden. Das ideale Gebiet dafür blieben weiterhin die Alpen, wodurch schon bald sämtliche herausfordernden Felswände des Gebirges bezwungen werden konnten. Der Bohrhaken markierte in dieser Entwicklung einen absoluten Quantensprung. Dieser Haken, der in eine Felswand gebohrt werden kann, machte es möglich, nahezu sämtliche Wände zu erklimmen, ungeachtet ihres Schwierigkeitsgrads. So erhielt auch die Philosophie des Direttissima große Aufmerksamkeit. Der italienische Begriff, der für die kürzeste Verbindung steht, beschreibt eine Kletterart, bei dem der Berg in seiner natürlichen Direktheit erklommen werden soll. Statt den Weg des geringsten Widerstands, also der einfachsten Besteigung zu suchen, stellt sich der Kletterer der Herausforderung, den Gipfel in einer geraden Linie zu erreichen. Nachdem dieser Kletterstil zahlreiche Opfer gefordert hatte, wurde er aufgrund seines mörderischen Charakters vielfach kritisiert und geriet darüber hinaus ab den 1980er Jahren größtenteils in Vergessenheit. Neben den großen Gefahren, die von einer Diretissima ausgingen, wurde auch die Begehungsmethode eines Berges bedeutsamer als der genaue Verlauf der Route.

Insiderinfo​

Anders als viele andere Sportarten ist das Klettern nicht durch einen bestimmten Verband reguliert, vielmehr bestehen große Freiheiten hinsichtlich der Unternehmungen einzelner Kletterer. Einzig der Naturschutz kann Probleme bereiten, schließlich stören Sportkletterer zuweilen empfindliche Biotope. In manchen Bundesländern, wie beispielsweise Nordrhein-Westfalen, sind daher sogar sämtliche Felsen für den Klettersport gesperrt.
Aus diesem Grund bemühen sich verschiedene Kletterorganisationen wie die IG Klettern oder der Deutsche Alpenverein (DAV) darum, einen Kompromiss zu erzielen und den Sport mit dem Naturschutz in Einklang zu bringen. Eine deutschlandweite Lösung konnte bislang jedoch noch nicht gefunden werden.

Renaissance des Kletterns

Nachdem auch das von Eckenstein vorangetriebene Bouldern in den Hintergrund gerückt war, erlebte es erst ab 1955 wieder einen Aufschwung. Grund war der US-amerikanische Kletterer John Gill, der aufgrund seiner dynamischen Kletterbewegungen den Beinamen „Father of modern bouldering“ erhielt. Er nutzte seine Bewegungsenergie beim Klettern, um den nächsten Griff erreichen zu können. Um diese Bewegungen mit geringeren Verlusten umsetzen zu können und größere Sicherheit bei seinen Griffen zu haben, verwendete er als einer der ersten Magnesia, um beim Klettern nicht abzurutschen.

Der Siegeszug des Klettersports setzte sich in den USA auch mit der 68er-Bewegung fort. Vor allem die US-amerikanische Jugend machte auf den Sport aufmerksam und konnte so ihre Verbundenheit mit der Natur ausdrücken, die beim Klettern stets im Vordergrund steht. Noch gab es aber Unklarheiten und Unstimmigkeiten bezüglich der genauen Regeln des Sportkletterns. Im Rahmen eines Besuchs des Yosemite Valley in den USA erhielten westdeutsche Kletterer Einblicke in US-amerikanische Klettertechniken, die sie nach ihrer Rückkehr weiterentwickelten und in ganz Europa populär machten. 1975 schließlich schrieb der deutsche Kletterer Kurt Albert den Rotpunkt-Gedanken fest. Diese Regel besagt, dass ein Kletterer eine bestimmte Besteigungsroute festlegt und diese in einem Zug durchführt, ohne dabei die Sicherungskette zu belasten. Noch dazu hat er sämtliche Ketten zur Sicherung selbst anzubringen. Nicht nur diese Vereinheitlichung der Rahmenbedingungen bzw. Wettkampfregeln, sondern auch verbesserte Trainingsmethoden und mehr und mehr professionelle Sportler ließen die Leistungen des Klettersports in die Höhe schnellen.

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